Gibt es Nebenwirkungen von Cannabis?
Wie bei allen anderen Substanzen gibt es auch bei Cannabis Nebenwirkungen. Sehr stark betroffen sind dabei die Psyche und die Psychomotorik, aber auch das Herz und der Kreislauf der Patienten. Jedoch verschwinden nach einer kurzen Eingewöhnungszeit die Symptome in der Regel wieder. Jedoch kann die psychotrope Wirkung, die von den Patienten als angenehm und entspannend wahrgenommen wird bzw. therapeutisch nutzbar ist, in Angst, einer psychischen Störung (Dysphorie) und Panik umschlagen.
Zu welchen Nebenwirkungen kann es kommen?
Zu den häufigen (größer als 1/100 und kleiner als 1/10) Nebenwirkungen zählen:
- Depression oder Verwirrung
- Übererregbarkeit oder Realitätsverlust
- Gedächtnisstörung bzw. Konzentrationsschwäche
- Schwindel
- Schläfrigkeit
- Seheintrübung
- Sprachstörungen
- veränderter Appetit
- veränderter Geschmack
- Mundtrockenheit
- Verstopfung bzw. Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Schmerzen und Brennen im Mund
- Mundaphten
- Energieverlust
- Schwächegefühl
- Trunkenheitsgefühl bzw. Gleichgewichtsverlust mit Gefahr des Fallens
- Unbehagen bzw. allgemeines Unwohlsein
Zu den Nebenwirkungen, die als kritisch zu betrachten sind, gehören
- Bewusstseinsveränderungen
- Starke Unruhe
- Psychosen
- verlängerte Panikattacken
- Verwirrtheit
Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, muss eventuell an ein Absetzen der Cannabismedikation gedacht werden.
Studien zu den Nebenwirkungen
Zwei Studien beschreiben die Nebenwirkungen der Cannabinoide sehr gut. Hierzu gehören eine durchgeführte Meta-Analyse zu 79 Studien von Whiting et. al zum Einsatz der Cannabinoide in der Medizin. Das Ergebnis hier war ein erhöhtes Risiko zu kurzzeitigen und unerwünschten Nebenwirkungen wie:
- Benommenheit
- Erbrechen und Übelkeit
- Euphorie
- Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
- Halluzinationen
- Mundtrockenheit
- Müdigkeit bzw. Schlafstörungen
- Orientierungsstörungen bzw. Verwirrtheit
Die zweite Studie von 2017 durch Grotenhermen und Müller-Vahl weist auf akute Nebenwirkungen bei der Psyche und der Psychomotorik (Angst, Euphorie, Müdigkeit, reduzierte psychomotorische Leistungsfähigkeit) sowie dem Herz und Kreislauf (Blutdruckabfall, Schwindel, Synkopen, Tachykardie) hin.
Wann sollte auf Cannabis verzichtet werden?
Das medizinische Cannabis sollte immer nur in Rücksprache mit einem gut informierten Arzt eingenommen werden. Mit dem Arzt können auch mögliche Gegenanzeigen besprochen werden.
Bestimmte Risikogruppen, also Menschen mit schweren psychischen Vorerkrankungen wie zum Beispiel Schizophrenie, sollten auf die Einnahme von Cannabis verzichten. Aus diesem Grund sollte jede Beratung individuell zwischen dem Arzt und dem Patienten stattfinden.
Welche Wechselwirkungen sollten vermieden werden?
THC und CBD werden wie viele andere Wirkstoffe auch über das hepatische Cytochrom (Zytochrom) P450-System (CYP450) verstoffwechselt. Aus diesem Grund kann es zur gegenseitigen Beeinflussung mit anderen Wirkstoffen kommen. Dies gilt insbesondere für Medikamente, die zur gleichen Zeit über das gleiche Enzym abgebaut werden.
Daher gilt größte Vorsicht bei der gleichzeitigen Einnahme von Cannabis und Antidepressiva, Antibiotika, Antimykotika sowie einiger Antihypertonika, Hypotonika, Sedativa und Alkohol. Die Wirkung der einzelnen Wirkstoffe kann sich sowohl verstärken als auch abschwächen.

Alessandro
Alessandro ist ein Experte auf dem Gebiet des medizinischen Cannabis und dessen Wirkung. Für die Blütenapotheke schreibt er Beiträge rund um das Thema Cannabis.