Die Geschichte von Cannabis
Bei Cannabis handelt es sich um eine indische Hanfpflanze, die zur Familie der Hanfgewächse gehört. Bestandteil der Pflanze ist der psychoaktive Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabis wird in drei Arten unterschieden:
Cannabis sativa
Cannabis indica
Cannabis ruderalis
Hybride der drei Cannabisarten sativa, indica und ruderalis zählen heute zu den medizinisch genutzten Cannabissorten. Unterschiedlich bei den Hybriden ist der jeweilige Gehalt an THC und CBD (Cannabidiol). Dies ermöglicht die Therapie von verschiedenen Krankheitsbildern.
Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Hanf?
Cannabis wird in erster Linie als Synonym für Hanf genutzt. Im üblichen Sprachgebrauch sind mit Cannabis jedoch die THC-haltigen Produkte der Hanfpflanze gemeint. Außer der Bezeichnung Marihuana (die getrockneten Blüten, Blätter und Stängel) ist oft auch die Rede von Haschisch. Mit Letzterem ist das getrocknete Harz der Cannabispflanze gemeint. Die reinen Hanf-Produkte, zum Beispiel für die Körperpflege, enthalten meistens kein THC und sind daher auch nicht psychoaktiv.
Wie wirkt Cannabis?
Beim Verdampfen und Inhalieren von Cannabis setzt schon nach wenigen Minuten die Wirkung ein. Dabei kann es zu Empfindungen wie Entspannung und Glücksgefühle sowie zu einer Linderung von Schmerzen, kommen. Wird das Cannabis jedoch falsch dosiert, kann nicht nur Benommenheit auftreten, sondern auch eine Einschränkung der Fähigkeit sich zu artikulieren. In der Regel hält eine solche Wirkung zwei bis drei Stunden an. Jedoch kann das THC ein paar Tage bis hin zu wenigen Wochen noch im Urin nachgewiesen werden.
Die Cannabinoide im Cannabis interagieren mit dem körpereigenen Cannabinoid-System, welches in Fachkreisen auch als Endocannabinoid-System bezeichnet wird. Aufgrund einer Beeinflussung der verschiedenen Rezeptoren in der Haut, den Knochen, dem Magen-Darm-Trakt, dem Nerven-, Immun- und zentralen Nervensystem ergeben sich breitgefächerte Anwendungsmöglichkeiten und das, obwohl die Konzentration der Rezeptoren in einigen Organen sehr niedrig ist. So ist die Konzentration der CB1-Rezeptoren im Hirnstamm, der in erster Linie für die Atem- und Kreislauffunktion verantwortlich ist, niedrig. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass es bei gesunden Probanden nicht zu Todesfällen durch eine Überdosierung von Cannabis oder THC kommt. Grund hierfür ist, dass die Funktionen des Hirnstamms durch die geringe Konzentration von Cannabinoid-Rezeptoren nicht sehr stark eingeschränkt wird.
Je nach Cannabissorte und nach individuellem Empfinden kann sich die Wirkung von Cannabis unterschiedlich bemerkbar machen. Während die einen den glücklich-sorglosen Zustand genießen, kann bei anderen die Kreativität zum Vorschein kommen. Einige Nutzer sind vielleicht eher in sich gekehrt, nachdenklich oder gar bedrückt. Allerdings ist die schmerzlindernde Wirkung für Schmerzpatienten von großer Bedeutung.
Was sind die unterschiedlichen Wirkungen?
Auf jeden Menschen wirkt Cannabis anders. Selbst die Wahl der Cannabissorte kann die Wirkung beeinflussen. Schmerzpatienten sind vermutlich sehr n der schmerzlindernden Wirkung interessiert, während andere sich an der Sorgenfreiheit und Freude als angenehmen Zustand erfreuen. Bei einigen Nutzern wirkt Cannabis euphorisierend aus, während andere nach dem Konsum eher nachdenklich oder gar bedrückt sind. Es wurde auch schon berichtet, dass Nutzer nach dem Konsum tief in ihre Gedanken eintauchen, was dann einer Gedankenspirale gleicht. Zu den oft unerwünschten körperlichen Reaktionen zählen das unwohl fühlen oder gar eine Übelkeit. Je nach Art des Konsums von Cannabis treten die Wirkungen unterschiedlich schnell ein. Beim Verdampfen oder beim Inhalieren dauert es meist nur ein paar Minuten. Wird Cannabis als Extrakt oder in Form von Kapseln oral eingenommen, kommt es zu einer verzögerten Wirkung.
Wie wird Cannabis zum Konsum aufbereitet?
Cannabis kann auf verschiedene Art und Weise konsumiert werden. In der Regel werden die medizinischen Cannabisblüten verdampft und inhaliert. Sie können aber auch oral in Form eines Extraktes oder als Kapseln eingenommen werden. Bei industriellen Arzneimitteln besteht zudem die Wahl zwischen Tabletten oder einem Mundspray. Werden vom Arzt Cannabisblüten verschrieben, dann gibt es bereits zerkleinert in Apotheken. Sowohl Ärzte als auch Apotheker sind der Meinung, dass die beste Methode für Cannabisblüten, das Verdampfen und Inhalieren ist. Damit medizinische Cannabisblüten verdampft werden können, wird ein spezieller Verdampfer benötigt.
Auf keinen Fall sollte die Inhalation der Cannabisblüten nach Verbrennung als Joint erfolgen. Dies kann zu möglichen Gesundheitsschäden führen.
Wie kann Cannabis als Medikament eingenommen werden?
Neben dem Inhalieren kann das medizinische Cannabis auch oral, also über die Mundschleimhäute oder über die Verdauung, eingenommen werden. Bei verschriebenen Cannabisblüten empfiehlt sich die Inhalation mithilfe eines Vaporisator. Ärzte und Apotheker raten davon ab, dass die Cannabisblüten zusammen mit Tabak geraucht oder in einem Gebäck eingebacken werden. Grund hierfür ist die schwierige Dosierung. Cannabis-Öl mit THC als Extrakt wird oral eingenommen. Dronabinol dagegen kann inhaliert, als Kapseln geschluckt oder als Öl eingenommen werden. Zusätzlich gibt es verschiedene Fertigarzneimittel aus Cannabis als Mundspray oder zum Schlucken.
Woran lässt sich erkennen, ob Cannabis von guter Qualität ist?
Grundsätzlich gilt bei Cannabis wie auch bei allen anderen Substanzen – immer erst reichen, fühlen und schmecken. Hat das Cannabis eine komische Farbe oder einen schlechten Geruch, dann sollte man die Finger davon lassen. Stammt das Cannabis aus unseriösen Quellen, kann es gestreckt oder gar falsch gelagert sein. Nicht selten enthält es auch gefährliche Substanzen. Mit solchen Problemen muss man jedoch nur bei den Straßendealern rechnen. Bei hochwertigem Cannabis auf Rezept kann man sicher sein, nur die beste Qualität zu bekommen. Für medizinischen Hanf sollte man auf ein Rezept zum selbst bröseln des Hanfs Wert legen. So kann man immer von der besten Qualität ausgehen.
Ist Cannabis legal?
Grundsätzlich gilt, selbst kleinste Mengen Cannabis sind verboten. Laut dem Betäubungsmittelgesetz ist der Anbau, Besitz, Kauf und Verkauf von Cannabis verboten.
Schon seit 1995 wird vonseiten der Strafbehörden von einer strafrechtlichen Verfolgung abgesehen, wenn man in Besitz von kleinen Mengen Cannabis zum persönlichen Gebrauch ist. Seit März 2017 ist für den medizinischen Gebrauch von Cannabis keine Ausnahmegenehmigung mehr nötig. Dies bedeutet, jeder Arzt darf Cannabis als Medizin verschreiben.
Macht Cannabis süchtig?
Selbst bei langjährigem Konsum von Cannabis werden die meisten Nutzer nicht abhängig und können problemlos damit aufhören. Wird sehr früh, also im Kindes- oder Jugendalter, mit dem Konsum von Cannabis begonnen, ist die Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit ausgeprägter. Dies ist wissenschaftlich bewiesen. Durch Sport, eine gesunde Ernährung und Achtsamkeit können die Entzugserscheinungen größtenteils gut gelindert werden.
Was ist unter Indica, Sativa und Hybrid zu verstehen und wo sind die Unterschiede?
Bei Indica und Sativa handelt es sich um zwei vollkommen verschiedenen Sorten von Cannabis, da sie unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Während die Indica Sorten eher beruhigend, schlaffördernd und schmerzstillend wirken, sind die Sativa Sorten eher euphorisierend und können die Kreativität fördern. Bei den Hybriden werden die Indica und Sativa Sorten gekreuzt. Eine solche Sorteneinteilung ist in erster Linie auf dem Schwarz- und Drogenmarkt zu finden. Neuere Untersuchungen bestätigen, dass die beiden Cannabissorten sich genetisch sehr ähneln. Um die verschiedenen Cannabissorten zu katalogisieren, werden allerdings neue Kategorien benötigt.
Welche verschiedenen Cannabis- Produkte gibt es?
Die Produkte Sativex und Nabilon stehen als Arzneimittel zur Verfügung. Bei Sativex handelt es sich um ein Mundspray mit den Wirkstoffen Cannabis sativa L. (THC-Chemotyp) und Cannabis sativa L. (CBD-Chemotyp) für die Anwendung in der Mundhöhle.
Nabilon sind Kapseln mit einer vollsynthetischen Variante des psychotropen Cannabis-Inhaltsstoffs Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC).
Des Weiteren gibt es Öle und Dragees, welche ausschließlich CBD enthalten. Allerdings sollten diese nur bei einem vertrauenswürdigen Händler mit guter Reputation gekauft werden. Zu beachten gilt, die CBD Menge in den Produkten sehr stark variieren kann.
Welche Produkte sind rezeptpflichtig und welche frei verkäuflich?
Sativex und Nabilon, also Produkte, die THC enthalten, müssen von einem Arzt verschrieben werden. Ebenfalls von einem Arzt verschrieben werden müssen pure Cannabisblüten. Um die Verschreibung zu rechtfertigen, muss eine der vielen Indikationen vorliegen. Sehr oft werden solche Produkte bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose (MS), dem Tourette-Syndrom, depressiven Störungen und ADHS verschrieben.
Nicht verschrieben werden müssen Produkte, die nur CBD enthalten. Diese sind frei verkäuflich zu bekommen. Sie können bei Angst, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schmerzen, Übelkeit und weiteren Beschwerden verwendet werden.
Wie wird Cannabis Öl verwendet?
Cannabis Öl wird tropfenweise genutzt. Auf den Verpackungen wird von den Herstellern meist eine geringe Dosierung angegeben. Dies geschieht, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Allerdings ist eine Überdosierung von Cannabis Öl kaum möglich. Jeder sollte sich an die Dosierung Schritt für Schritt herantasten. Oft reicht zum Entspannen schon ein Tropfen aus. Bei Schmerzen oder Migräne können Betroffene über einen längeren Zeitraum auch mehrere Tropfen nutzen. Eine der häufigsten Dosierungen ist 3 x täglich 1 bis 5 Tropfen. Je nach CBD-Anteil im jeweiligen Produkt, werden 0,5 bis 100 mg CBD pro Tag konsumiert. Daher muss man schon beim Kauf darauf achten, wie stark das Mittel potenziert ist und ob es sich für den eigenen Bedarf eignet.
Wie wirkt Cannabis Öl?
In hochwertigen Cannabis Ölen ist meistens das nicht-psychoaktive Cannabidiol (CBD) zu finden. Liegt die Konzentration des THC unter 0,2 %, dann darf das Produkt als Nahrungsergänzungsmittel frei verkauft werden. Auch wenn dem CBD vielfältige Wirkungen nachgesagt werden, darf im Nahrungsergänzungsmittel keine Aussage zur Wirkung getroffen werden. CBD wird muskelentspannend und kann gut bei Zyklusstörungen, Angstzuständen und bei Allergien helfen.
Sind bei Cannabis Qualitätsunterschiede bekannt?
Nicht nur Qualitätsunterschiede sind bekannt, sondern auch deutliche Unterschiede im CBD und THC-Gehalt der Sorten. Für den medizinischen Einsatz wird aktuell in Deutschland noch kein Cannabis angebaut. Bisher wird es aus den Niederlanden und aus Kanada importiert. Der THC-Gehalt bei diesen Sortenliegt unter 22 % – bezogen auf die getrocknete Droge. Die niederländische Sorte Bedrocan und die kanadische Sorte Pedanios 22/1 haben mit rund 22 % den höchsten THC-Gehalt. Weniger als 1 % THC-gehalt weist die niederländische Sorte Bedrolite auf. Dafür hat sie jedoch einen CBD-Gehalt von fast 10 %.
Für welche Medikamente ist Cannabis eine Alternative?
Nur der behandelnde Arzt kann nach einer Untersuchung und nach einem Gespräch mit dem Patienten entscheiden, ob und welche Medikamente durch Cannabis ergänzt oder komplett ersetzt werden können. Sehr oft wird von Patienten berichtet, die ihre starken Medikamente minimieren oder komplett absetzen konnten. Dabei handelt es sich sowohl um Psychopharmaka als auch um Benzodiazepine sowie um Schmerzmittel wie Diazepam (Valium), Ibuprofen oder Paracetamol. Viel wichtiger und auch entscheidender für den Arzt und die Krankenkassen ist die Diagnose, denn schon die rechtfertigt das Verschreiben von Cannabis. Aktuell gibt es rund 60 Diagnosen, bei denen Cannabis verschrieben werden kann. Die Diagnosen reichen von der Angststörung über Depressionen, Kopfschmerzen, Neurodermitis und Rheuma bis zu Trichotillomanie und Zwangsstörungen.
Wer kann Cannabis verschrieben bekommen?
Ein Arzt kann jedem mit einer bestimmten Diagnose oder Krankheit Cannabis verschreiben. Seit 2017 wird dazu keine Ausnahmeregelung mehr benötigt. Dies ist von Vorteil für den Arzt und die Patienten. Cannabis unterscheidet sich dabei nicht von den herkömmlichen Arzneimitteln. Zu den meisten Diagnosen in Deutschland, bei denen Cannabis verschrieben wird, zählen ADHS, chronische Schmerzen, depressive Störungen, Multiple Sklerose und das Tourette-Syndrom.
Wer darf Cannabis verschreiben?
Cannabis darf von jedem Arzt oder jeder Ärztin als BtM-Rezept (Betäubungsmittel-Rezept) verschrieben werden. Die Fachrichtung des Arztes spielt dabei keine Rolle. Ausgenommen von der Regelung sind allerdings Zahnärzte und Tierärzte.
Was muss beim Kauf von Cannabis beachtet werden?
Schwerkranken Patienten kann vom Arzt Cannabis verschrieben werden. Als schwer krank gelten dabei Menschen, die unter AIDS, Alzheimer, Krebs, Multipler Sklerose, Rheuma und dem Tourette-Syndrom sowie unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie leiden. Im Gesetz werden diese Krankheiten nicht explizit benannt. Bei einer Vorab-Bestätigung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse werden für den Patienten alle Kosten übernommen. Patienten benötigen keine Sondergenehmigung mehr, da jeder Arzt Cannabis verschreiben darf.
Wird Cannabis bestellt, ist darauf zu achten, einen seriösen deutschen Online-Shop zu wählen. Dies geht oft einfacher als in der Apotheke vor Ort und ist dabei diskreter.
Alle Informationen aus dem Artikel stammen aus repräsentativen wissenschaftlichen Quellen und dienen lediglich der Information. Sie stellen weder ein Heilversprechen noch eine Therapieaufforderung dar.

Alessandro
Alessandro ist ein Experte auf dem Gebiet des medizinischen Cannabis und dessen Wirkung. Für die Blütenapotheke schreibt er Beiträge rund um das Thema Cannabis.